Hanf – Der wiederentdeckte Tausendsassa

Die Hanfpflanze - typisch das siebenstrahlige Blatt

Der Nutzhanf (botanisch: Cannabis sativa) gehört zur Familie der Hanfgewächse und ist eine wahre Charakterpflanze, die du im Garten oder auf dem Feld garantiert nicht übersiehst.

Er beeindruckt durch seine stattliche, majestätische Größe von oft über zwei bis drei Metern und seine markanten, fingerartig gefiederten Blätter, die sich im Wind elegant wiegen und der Pflanze ihr unverwechselbares Aussehen verleihen.

Das prägnanteste Erkennungsmerkmal sind jedoch die tiefgrünen Blätter mit ihren gesägten Rändern: Sie sind sternförmig angeordnet und bilden im oberen Bereich dichte Kronen. An den weiblichen Pflanzen entwickeln sich nach der Blüte die wertvollen, nährstoffreichen Hanfsamen, die das eigentliche Herzstück der Ernte bilden.

Wenn du die Pflanze genauer betrachtest, fallen dir sofort die feinen Härchen (Trichome) auf den Blättern und Blüten auf, mit denen sich die Pflanze schützt und die ihr das typische, würzige Aroma verleihen – ganz ohne wehrhafte Dornen.

Ein Feld voller Hanf in Nordbayern

Ursprünglich beheimatet ist der Hanf in Zentralasien, hat sich jedoch im Laufe der Jahrtausende als eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit über den gesamten Globus verbreitet, da er sich hervorragend an verschiedene klimatische Bedingungen anpassen kann.

Da er sonnige Plätze und nährstoffreiche, tiefgründige Böden liebt, findet der Nutzhanf auch in Mitteleuropa seit Jahrhunderten ideale Wachstumsbedingungen vor und verbessert als Tiefwurzler zudem nachhaltig die Bodenqualität.

Für unsere Ölmühle Bayreuth legen wir größten Wert auf gelebte Regionalität und Transparenz: Wir importieren keine anonyme Massenware aus Übersee, sondern lassen unseren Bio-Nutzhanf gezielt von erfahrenen Partner-Landwirten direkt hier in Nordbayern anbauen.

Das sichert dir nicht nur die beste Bio-Qualität für die anschließende Gewinnung unserer wertvollen Hanfsamen und des feinen Hanföls, sondern schont durch extrem kurze Transportwege auch unsere Umwelt.

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Eine Biene sitzt auf einer Hanfblüte

Auf dem Feld entpuppt sich ein Nutzhanffeld als ökologischer Hauptgewinn und wichtiger Pollenlieferant in der sommerlichen Blütelücke. Da Hanf eigentlich vom Wind bestäubt wird, produziert er enorme Mengen an nährstoffreichen Pollen. Im Hochsommer – wenn viele Wildblumen bereits vertrocknet sind – fliegen Honigbienen und Wildbienen die grün-gelblichen Blütenstände in Scharen an, um ihre Brut für den Winter zu stärken.

Sobald die Blütezeit vorbei ist, zeigt der Nutzhanf seine Qualität als heimisches Superfood: Die reifenden, extrem energiereichen Hanfsamen verwandeln das Feld im Herbst in ein Schlaraffenland für unsere heimischen Vögel.

Vor allem Finken, Meisen und Wildtauben sind ganz verrückt nach den ölreichen Nüssen. Sie picken die Samen geschickt aus den schützenden Kelchblättern der weiblichen Blütenstände heraus.

Nutzhanf leistet somit von der sommerlichen Blüte bis weit in den Herbst hinein einen messbaren Beitrag zum Erhalt der regionalen Artenvielfalt.

Hanfsamen in zwei Händen in einer Ansicht von oben

Das wahre Herzstück und der wertvollste Schatz des Nutzhanfs verbirgt sich in seinen kleinen, nussigen Samen. Diese enthalten ein weltweit geschätztes Nährstoffprofil mit allen essenziellen Aminosäuren, das die Samen zu einer der hochwertigsten pflanzlichen Proteinquellen überhaupt macht und in der bewussten Ernährung eine zentrale Rolle spielt.

Ergänzt wird dieses Kraftpaket durch ein optimales Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, reichlich Vitamin E sowie wichtige Mineralstoffe wie Magnesium, Eisen und Zink.

In der bewussten Ernährung und ganzheitlichen Lebensweise wird der Nutzhanf traditionell sehr geschätzt, um die tägliche Vitalität und das allgemeine Wohlbefinden sanft zu fördern.

Die enthaltenen ungesättigten Fettsäuren und Antioxidantien unterstützen ein starkes Herz-Kreislauf-System, tragen zu einem normalen Cholesterinspiegel bei und begleiten die natürlichen Regenerationsprozesse deines Körpers auf rein pflanzliche Weise.

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Eine junge und eine verblühte Hanfblüte

Wenn du den Nutzhanf durch das Jahr begleitest, erlebst du einen faszinierenden und extrem dynamischen Lebenszyklus. Nach der Aussat im wärmer werdenden Frühjahr ab April oder Mai keimt die Saat binnen weniger Tage und streckt sich sofort geradlinig dem Licht entgegen.

Im Frühsommer schießt der kräftige, faserreiche Stängel rasant in die Höhe und legt oft mehrere Zentimeter am Tag zu. Zwischen Juli und August folgt die Blütezeit: Die unaufdringlichen, grün-gelblichen Blütenstände fallen weniger durch Farbe, dafür umso mehr durch ihren intensiven, harzig-würzigen Duft auf.

Zum Spätsommer hin wandelt sich das Erscheinungsbild der weiblichen Pflanzen deutlich: Die Blütenstände werden schwerer und kompakter, während sich in ihnen die kleinen, festen Hanfnüsse (Samen) unter den schützenden Hüllblättern voll ausbilden.

Das ist für unsere Landwirte im Spätsommer oder Frühherbst das unmissverständliche Zeichen für die Ernte: Wenn die Samen reif und die Blätter leicht gebräunt sind, fahren die Spezial-Mähdrescher auf die Felder, um die wertvollen Körner behutsam zu dreschen und sauber vom restlichen Pflanzenmaterial zu trennen.

Schöner Hanf wächst im Garten

Möchtest du dir diesen prachtvollen Blickfang und Nützlingsmagneten in den eigenen Garten holen? Das ist zum Glück ganz einfach, denn die Pflanze ist extrem robust, wächst rasant und benötigt kaum Pflege.

Wähle für die Aussaat einen vollsonnigen, warmen Platz mit einem lockeren, nährstoffreichen und tiefgründigen Boden – Hanf entwickelt tiefe Pfahlwurzeln und verträgt keine Staunässe. Die beste Zeit für die Direktsaat im Freiland ist von Mitte April bis Mai, sobald der Boden frostfrei ist.

Da Nutzhanf eine einjährige Pflanze ist, durchläuft er seinen gesamten Lebenszyklus in nur wenigen Monaten. Schon nach kurzer Zeit schützt er sich durch sein dichtes Blätterdach selbst vor Unkraut, sodass du ihm beim schnellen Wachsen fast schon zusehen kannst.

Ein wichtiger Insider-Tipp von uns: Wenn du die wertvollen Hanfsamen ernten möchtest, bevor sie von Vögeln stibitzt werden oder zu Boden fallen, solltest du die reifen Samenstände rechtzeitig im Spätsommer ernten. Achte beim Anbau im eigenen Garten zudem immer darauf, zertifiziertes Saatgut zugelassener Nutzhanfsorten (EU-Sortenkatalog) zu verwenden.

Unsere Produkte aus bayerischem Hanf

In unserer Ölmühle Bayreuth dreht sich alles um die gereinigten, perfekt reifen Samen dieser wunderbaren Pflanze. In unserer eigenen Manufaktur verarbeiten wir die Saat fast täglich frisch und mit größter handwerklicher Sorgfalt.

Durch unsere besonders schonende Kaltpressung bei niedrigen Temperaturen ohne jegliche chemische Zusätze gewinnen wir ein ungefiltertes, naturtrübes, leicht krautig und mild-nussig schmeckendes Bio-Hanföl, in dem die wertvollen Inhaltsstoffe optimal erhalten bleiben.

Den verbleibenden Presskuchen werfen wir natürlich nicht weg: Er wird in einem separaten Schritt fein vermahlen und steht dir als protein- und ballaststoffreiches Hanfmehl zur Verfügung – ideal als Beigabe für dein Müsli, Smoothies oder zum Backen.

Neben der innerlichen Anwendung als Öl, Mehl oder als knusprige Zutat aus geschälten Hanfsamen auf Salaten, wird das wertvolle Öl übrigens auch in der Naturkosmetik sehr geschätzt, um beanspruchte und trockene Haut intensiv zu pflegen.